Hier ein interessanter Vergleich: Vor einiger Zeit nahm ich NGC 4565 mit dem Seestar S50 auf, etwas später mit dem S30 Pro.

Das S50 sollte ein gewissen Vorteil haben, nicht nur wegen der 250 mm Brennweite, sondern auch wegen der 50-mm-Öffnung gegenüber 30 mm. Wie können wir hier die Abbildungsfähigkeit
beider Geräte einordnen?

Das S50 besitzt mit 50 mm gegenüber den 30 mm des S30 Pro eine 2,78-mal größere Öffnungsfläche. Es kann, bei einer punktförmigen Lichtquelle, etwa einem Stern, bei gleicher Belichtungszeit
grundsätzlich 2,78-mal mehr Photonen sammeln. Bei einem ausgedehnten Objekt wie NGC 4565 lässt sich dieser Aspekt jedoch nicht direkt auf das Signal pro Pixel übertragen, denn das S50 besitzt mit 250 mm
gegenüber 160 mm auch die längere Brennweite. Dadurch wird das Objekt ca. 1,56-mal größer abgebildet; eine gleich große Himmelsfläche verteilt sich somit auf etwa 1,56^2=2,44-mal so viele Pixel.
Aus dem Verhältnis von Öffnung und Brennweite ergibt sich für ausgedehnte Objekte
ein Signalvorteil des S50 pro Pixel von etwa (5,3/5,0)^2=1,12, also rund 12 %. Das S50 liefert bei einem ausgedehnten Objekt daher pro Pixel nur etwa 12 % mehr Licht. Die größere Öffnung des S50
führt zwar zu etwas mehr gesammeltem Licht, der Vorteil wird bei ausgedehnten Objekten durch die längere Brennweite und damit die größere Abbildung des Objekts weitgehend ausgeglichen. Für das Signal
pro Pixel ist daher nicht die Öffnung allein entscheidend, sondern das Zusammenspiel von Öffnung, Brennweite und Pixelgröße.